Apostelkirche

Gerbrunn
Jahreslosung für 2023:
Du bist ein Gott, der mich sieht.
[ Genesis 16,13 (L) ]
Losung zum
Montag, 30.1.2023
Der HERR, unser Gott, hat uns behütet auf dem ganzen Wege, den wir gegangen sind.
Josua 24,17
Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Matthäus 28,20
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
⇒  © Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
Weiteres ⇒ www.losungen.de
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Morgen
20:15 - 21:45 Ökumenischer Chor
9:30 - 11:00 Krabbelgruppe
02.02.2023
9:30 - 11:00 Krabbelgruppe

Grußwort von Pfarrerin Conrad für Neujahr 2023 (zum Neujahrsempfang der Gemeinde Gerbrunn)

Als uns im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie fest im Griff hatte und wir kaum vor die Tür gehen sollten, da bin ich bei meinen TV-Fluchten auf eine schöne Musiksendung gestoßen. Hier wurden auf wunderbare Weise gute Musik mit Freundschaft und Nähe, mit Emotionen und Umarmungen verbunden: Sing meinen Song – das Tauschkonzert. Gastgeber war damals Michael Patrick Kelly, seitdem bin ich Fan. Und so nehme ich gerne den Ball auf, den Herr Bürgermeister Wolfshörndl in der Januar-Ausgabe des Kleinen Anzeigers angespielt hat und grüße Sie alle hier mit ein paar Gedanken zum Thema „Hoffnung.“
Das fällt mir umso leichter, da Michael Patrick Kelly ein zutiefst gläubiger Mensch ist und sein Songtext auf Englisch noch viel stärker aus einer existentiellen Krise heraus mit Gott im Gespräch ist, als es die deutsche Fassung von Johannes Oerding schafft.
Wenn die Aussichten wirklich düster sind; wenn man gar nicht mehr weiter weiß; wenn man komplett die Nase voll hat – einfach nur noch Schluss machen möchte – dann ist da diese Stimme, die sagt: Warte. Hold on. Da ist noch Hoffnung. So viel Hoffnung - in meiner Seele, in unserer Seele, für mich, für uns.
Für Michael Patrick Kelly, der in einem Interview sagt: „Ich fange jeden Morgen mit einem Danke an“, ist klar: das ist Gottes Stimme. Persönlich kann ich diese Überzeugung teilen, bin aber auch gerne bereit, den Blick zu öffnen und mit Ihnen hier heute Abend zu überlegen: Was gibt mir, was gibt uns als Kommune Hoffnung im Jahr 2023?
Dazu möchte ich mit Ihnen ein paar Eindrücke aus meinen bescheidenen siebeneinhalb Monaten als Gerbrunner Neubürgerin teilen:
- Hier hilft man sich.
Als im letzten Juli kurz nach meiner Einführung in der Apostelkirche gleich das nächste Fest, Kirchweih, anstand, hab ich gedacht: Oha. Noch ein Kraftakt für dieimmer gleichen paar Leute, wir werden ja auch nicht mehr in den Kirchengemeinden und schon gar nicht mehr Hochengagierte mit viel Zeit... Kann das gut gehen?
Aber dann gibt’s da den Bauhof, der holt die Bänke, die die katholische Gemeinde ausleiht... Es gibt die Rosi, die die Deko macht... Das Kuchenbuffet füllt sich beinahe von selbst.... Der Kirchenvorstand kümmert sich ums leibliche Wohl... Und das ist keine einmalige Sache: wenn es Advent wird, gibt’s noch den Obst- und Gartenbauverein, „die machen das schon mit dem Christbaum, Frau Pfarrer.“ Stimmt.
Zweiter Eindruck:
- Hier kennt man sich. Zugegeben, das ist für Neue gar nicht so leicht – viele Namen sagen mir erstmal nichts, vor allem, wenn’s – wie meist - nur Vornamen sind. Und bis ich mit den Namen die Gesichter und die entsprechende Funktion verknüpft habe, dauert es schon eine Weile. Aber da man hier auch geduldig mit Neuankömmlingen ist, setze ich meine Hoffnung weiterhin darein, dass das mit der Zeit schon wird. Praktisch ist, dass in meiner unmittelbaren und sehr herzlichen Nachbarschaft alle Frauen Julia heißen – außer Kathrin und Bettina...
Und drittens:
- Hier hört man sich zu. Zu den für mich bemerkenswertesten Terminen in den vergangenen Monaten zählte ein Treffen im Sängerzimmer Ende Oktober. Da sitzen dann die Damen VdK, Herr DLRG, Herr Narrengilde, Frau Kulturbühne, Herr Feuerwehr, Herr TSV und eben auch Herr katholische Kirche und Frau evangelische Kirche beieinander, und Herr Bürgermeister investiert seine Zeit und seinen Assistenten, damit alle miteinander die wichtigsten Termine für Gerbrunn im kommenden Jahr besprechen. Wie toll ist das denn! Wenn das für Sie alle eine Selbstverständlichkeit ist, darf ich Ihnen als Zugereiste sagen: Nein, ist es nicht. In Zeiten, wo jeder gern mal sein eigenes Süppchen kocht, ist es so wichtig, voneinander zu wissen und aufeinander zu hören, damit ein Gemeinwesen auch gemeinschaftlich arbeitet.
Wo es das gibt: gegenseitige Hilfe, persönliche Bekanntheit und das Wissen um die anderen – da ist Hoffnung; Hoffnung in einer Welt, die weithin von Vereinzelung geprägt ist.
Welche innere Stimme auch immer Sie heute Abend hierher geführt hat: die der Tradition, der Leidenschaft, der Hilfsbereitschaft, der Geselligkeit, vielleicht auch die Stimme der Dankbarkeit - die Hoffnung, die wir miteinander teilen, schöpfen wir aus dem Bewußtsein, nicht allein unterwegs zu sein. Es ist nicht leichter geworden durch Corona, Menschen für unsere Sache zu begeistern, sei es im Verein, in der Kirche, in der Kultur oder im sozialen Engagement, Mitgliederschwund und Nachwuchssorgen kennen nicht nur die Religionsgemeinschaften.
Doch solange wir uns untereinander kennen, uns helfen und uns zuhören, ist da Hoffnung. Hoffnung auf ein gutes, gesegnetes, gemeinsames Jahr 2023 in Gerbrunn.
Hold on – bleib dran.