Der Apostelbrief

Juni - Juli 2020
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Apr. - Mai 2020
Nr. 140

Hallo zusammen,

Stefanie HeldStefanie Held

mein Name ist Paula, ich bin 18 Jahre alt und Schülerin an der staatlichen Fachoberschule/Berufsoberschule Würzburg und mache dieses Jahr mein Fachabitur.

Durch Corona haben wir fünf Wochen mehr oder weniger online Unterricht gemacht. Gerade in den ersten zwei Wochen war das nicht wirklich einfach. Mebis, die Website auf der unsere Lehrer die Arbeitsaufträge und den Unterricht hochladen, war überlastet, da viele Bayerische Schulen Mebis benutzen. Die zwei Wochen danach hat das ganz gut geklappt, allerdings wusste niemand wie es weiter geht und wir bekamen keinerlei Informationen von unserer Schulleitung oder den Lehrern und haben uns dadurch etwas allein gelassen gefühlt.

Seit dem 27.04. können Abschlussklassen wieder in die Schule gehen, was an sich eine gute Maßnahme ist, allerdings sind an unserer Schule zwei Drittel Abschlussschüler. Deswegen können wir nur zweimal in der Woche für jeweils drei Zeit-Stunden in den Unterricht. Das war für uns und auch für unsere Lehrer nicht einfach, und alle mussten sich da erst mal dran gewöhnen, mittlerweile funktioniert das alles aber recht gut.

Was natürlich auch anders ist, ist die Jugendarbeit. Vor Corona habe ich fast jede Woche mehrere Stunden in der Kirche verbracht, oder Zuhause etwas für die nächste Konfifreizeit, den nächsten Kindergottesdienst, Kinderbibeltag, Familiengottesdienst vorbereitet. Aber auch sonst war ich wirklich oft im Jugendraum, eigentlich vor jeder Besprechung, jeder Jugendgruppe und jeder KV-Sitzung habe ich im Untergeschoss der Kirche gesessen und für das Fachabi oder Schulaufgaben gelernt und oft genug dabei zu Abend gegessen ... Es gab viele Wochen, in denen ich mehr Zeit in der Kirche als Zuhause verbracht habe. Das fällt jetzt leider alles weg, und auch die digitalen Jugendgruppen, in denen wir uns wenigstens für eine der zwei Stunden sehen und quatschen können, gleichen das alles leider überhaupt nicht aus. Wie könnten sie auch?

Privat sind alle wohlauf. Sowohl meine Mutter als auch mein Stiefvater können weiterhin zur Arbeit gehen und ich hatte die ganze Zeit den großen Vorteil, mich mit meinem Freund treffen zu können. Das hat diese doch sehr einsame Zeit etwas angenehmer gemacht.

Paula Haberberger