Der Apostelbrief

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Konzert des Ökumenischen Chors und des Chors Concino

Konzert

Im Mittelalter herrschte die Auffassung, gleichzeitig erklingende Töne müssten einen „einträchtig auseinandertönenden Zusammenklang“ bilden. Das hört sich wie ein Widerspruch an: Eintracht und Auseinandertönen. Ist es aber nicht: Zur Harmonie gehören eben mindestens zwei selbständige Töne; sie verlieren beim Zusammenklang ihre Eigenart nicht, sie bleiben der eine und der andere, und doch ergeben sie in der klingenden Gemeinschaft etwas Neues, etwas Bedeutungsvolleres. Dies konnte auch die vielköpfige Hörerschaft des Benefizkonzerts erfahren, das zwei Gerbrunner Chöre am 28. Oktober 2023 in der St. Nikolauskirche ausrichteten.

Beide pflegen ihr eigenes Profil, der Ökumenische Chor ebenso wie der Chor Concino, und harmonierten doch prächtig miteinander. Mit einem abwechslungsreichen Programm, auf dem Vokal und Instrumentalkompositionen aus vier Jahrhunderten standen, präsentierten die Ensembles sowohl in Einzelauftritten als auch im Verbund die Früchte ihrer wöchentlichen Probenarbeit. Die stilistische Vielfalt der gebotenen Werke reichte von Klassikern der Chormusik bis zu Gospels, Spirituals und, mit einem Augenzwinkern, dem Schlager vom „kleinen, grünen Kaktus“. Philipp Hartlieb leitete souverän den in kleiner Besetzung singenden Ökumenischen Chor, steuerte überdies noch auf der Bratsche ein Solostück bei, einfühlsam begleitet von Erika Heim, der Organistin der Gemeinde St. Nikolaus.

Der Chor Concino folgte seinem Dirigenten Sascha Wehmeier, der die große Sängerschar vom Klavier aus anführte. Programmzettel wurden nicht benötigt, erläuterte doch Martin Kamp mit kundigen Bemerkungen den Ablauf. Am Ende vereinten sich Chöre und Konzertgemeinde zum gemeinsamen Singen des Liedes „Großer Gott wir loben Dich“. Die stattliche Spendensumme in Höhe von 650,- EUR geht, so haben es die Chöre beschlossen, an die Gerbrunner Tafel. Allen Beteiligten gilt ein herzlicher Dank für ihr bemerkenswertes Engagement – Fortsetzung sehr erwünscht!

Prof. Dr. Ulrich Konrad